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Ein Gedicht von James Krüss
Kleine Katzen sind so drollig
Und so wollig und so mollig,
Dass man sie am liebsten küsst.
Aber auch die kleinen Katzen
Haben Tatzen, welche kratzen.
Also Vorsicht! Dass ihr’s wisst!
Kleine Katzen wollen tollen
Und die Wolleknäuel rollen.
Das sieht sehr possierlich aus.
Doch die kleinen Katzen wollen
Bei dem Tollen und dem Rollen
Fangen lernen eine Maus.
Kleine Katzen sind so niedlich
Und so friedlich und gemütlich.
Aber schaut sie richtig an:
Jedes Sätzchen auf den Tätzchen
Hilft, dass aus dem süßen Kätzchen
Mal ein Raubtier werden kann
©James Krüss
Ein Gedicht von Norbert Van Tiggelen
Oftmals reden Menschen gerne
über Seelen Schund und Dreck,
meinen, vor der eignen Türe
sieht man nicht den kleinsten Fleck.
Doch der Schmutz liegt dort nicht selten
meterhoch und auch so breit;
täglich steigen sie dort drüber,
ist für sie ’ne Kleinigkeit.
Kämen solche üblen Menschen
nicht aus ihrer Wohnung raus,
weil der eigne Dreck sie hindert,
gäb’ ich dafür laut Applaus.
Diese dreisten, schlechten Seelen
achten nicht auf ihren Mist,
wichtig ist für sie dagegen,
zu verbreiten Streit und Zwist.
©Norbert van Tiggelen


Ein Gedicht von Margaret Trowton
Wenn Menschen sterben, machen sie ein Testament,
um ihr Heim und alles, was sie haben,
denen zu hinterlassen, die sie lieben.
Ich würde auch solch´ ein Testament machen,
wenn ich schreiben könnte.
Einem armen, sehnsuchtsvollen, einsamen Streuner
würde ich mein glückliches Zuhause hinterlassen,
meinen Napf, mein kuscheliges Bett,
mein weiches Kissen, mein Spielzeug
und den so geliebten Schoß,
die sanft streichelnde Hand,
die liebevolle Stimme,
den Platz, den ich in jemandes Herzen hatte,
die Liebe, die mir zu guter Letzt
zu einem friedlichen und schmerzfreien Ende helfen wird,
gehalten im liebendem Arm.
Wenn ich einmal sterbe, dann sag‘ bitte nicht:
„Nie wieder werde ich ein Tier haben,
der Verlust tut viel zu weh!“
Such Dir eine einsame, ungeliebte Katze aus
Und gib‘ ihr meinen Platz.
Das ist mein Erbe.
Die Liebe, die ich zurück lasse, ist alles,
was ich geben kann.
©Margaret Trowton




